impuls - gedanken ...



... zum 4. Sonntag nach Pfingsten

Sonntag, 20. Juni

Priester Patrick Zihlmann

 

 



An einer Vernissage sah ich dieses Bild von Christine Seiterle im Jahr 1998. Das Bild berührte mich. Ich blieb wie angewurzelt davor stehen und konnte meinen Blick nicht mehr davon abwenden. Heute hängt dieses Bild in meinem Arbeitsraum. Es berührt mich immer wieder von Neuem. Es steigen in mir die Fragen nach Beheimatung und Verwurzlung, nach Lebensgrund und Fundament oder nach Bei-sich-sein und Zuhause-sein auf. Auch in den biblischen Texten von diesem Sonntag werden diese Fragen gestellt. Sie zeigen sich in den Begriffen wie Segen und Gerechtigkeit, wie Vertrauen und Glauben oder in der Frage an Jesus: „Wo wohnst Du?“

 

Heute am 4. Sonntag nach Pfingsten feiert in Bern als Zelebranten Pr. Patrick Zihlmann. Den Gottesdienst unterstützen und gestalten mit Ursula Giger als Lektorin, Marlies Bachmann und Hanneke Mosza übernehmen den Willkommensdienst, im Sakristanendienst amtet Jan Straub und die musikalische Gestaltung übernimmt Walter Dolak (Orgel und Kantor).

 

Gebet

CG 974.1

Mit jedem Atemzug will ich dir danken

für das Leben,

die Schöpfung,

die Begegnungen.

 

Mit jedem Atemzug will ich mir bewusst werden,

wie das Wesentliche im Leben ein Geschenk ist:

meine Willenskraft, mein Hoffnungsfaden,

meine Liebe zu Tier und Mensch,

meine Entfaltungsmöglichkeiten.

 

Mit jedem Atemzug will ich das Verbindende spüren

mit allen Menschen guten Willens,

mit der Vielfalt der lebensbejahenden Kulturen,

mit dir, Gott, du Quelle aller Beziehungen.

Pierre Stutz

 

 

Erste Lesung: Genesis 12,1-3

Lesung aus dem Buch Génesis, dem ersten Buch Mose:

Der HERR sprach zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! 2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen gross machen. Ein Segen sollst du sein. 3 Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen. 

 

Zweite Lesung: Galater 3,6-9

Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Gemeinden in Galatien:

Schwestern und Brüder

Abraham 6 glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. 7 Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams. 8 Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: In dir sollen alle Völker gesegnet werden. 9 Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham.

 

3. Lesung: Johannes 1,35-42

D Lesung aus dem heiligen X Evangelium nach Johannes.

Ehre sei dir, o Herr.

In jener Zeit hielt sich Johannes jenseits des Jordans auf, wo er taufte 35 und es standen zwei seiner Jünger bei ihm. 36 Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! 37 Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. 38 Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heisst übersetzt: Meister -, wo wohnst du? 39 Er sagte zu ihnen: Kommt und seht! Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. 40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. 41 Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden - das heisst übersetzt: Christus. 42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heissen, das bedeutet: Petrus, Fels.

D       Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Es sind Worte ewigen Lebens.

G       Lob sei dir, Christus. 


 

Impuls

Wo wohnst Du? In einer ersten Begegnung wird diese Frage immer wieder gestellt. Der Lebensrhythmus in einer Stadt ist ein anderer als auf dem Lande oder in den Bergen. Ein Ort ist aber auch immer mit einer Geschichte verbunden. In Malters, wo ich aufgewachsen bin, steht auf dem Friedhof ein Gedenkstein für die gefallenen Freischärler von 1886. Oder im Eingang zum Gasthof Kloster sind noch Täfer mit Einschusslöcher von diesem Gefecht ausgestellt. Als kleiner Bub haben mich diese Zeitzeugen immer wieder fasziniert, obwohl ich die Bedeutung nicht verstanden habe. Und stolz war ich im Dorf mit dem zweithöchsten Kirchturm der Schweiz zu wohnen. Nur das Berner Münster hat einen höheren Turm.

Ein eingerichteter Wohnraum erzählt von dem, was einem Menschen oder einer Gemeinschaft wichtig ist. Das Wesentliche wird sichtbar oder wird vielleicht mit einer Fassade verdeckt.

 

Wo wohnst Du? Diese Frage betrifft aber auch ganz konkret den Menschen, der angesprochen ist. Dabei geht es um Werte, nach denen das Handeln begründet wird. Es geht darum, ob sich jemand bejaht. Dazu gehören neben allen Talenten und Sonnenseiten auch die Schattenseiten des menschlichen Daseins mit allen Unzulänglichkeiten. Es geht in dieser Frage, um den Menschen an sich, um ihm begegnen und sich auf ihn einzulassen.

 

Aus der Sicht des Apostel Paulus bedeutet die Frage, ob der Mensch nach Gerechtigkeit strebt. Da sind die Gefühle von Vertrauen und Sicherheit. Oder im Abschnitt aus dem Buch Genesis stehen Glauben und Segen im Vordergrund. Ein Glaube, der nicht beengt oder einengt, sondern befreit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dies heisst gesegnet sein.

 

Die beiden Jünger konnten wahrnehmen was für Jesus „wohnen“ bedeutet. Dies hat sie bewogen alles aufzugeben und ihm nachzufolgen. Sie waren bereit die Sicherheit aufzugeben, um sich einerseits treu zu bleiben und andererseits sich selbst zu finden. Diese Haltung hat Eduard Herzog veranlasst Bischof Lachat eine Absage zu erteilen. Er war bereit alles aufzugeben, um sich selbst und dem Glauben gegenüber treu zu bleiben, obwohl er damit alles aufgab, was er sich als Student unter den Bedingungen zu einem glücklichen Leben vorgestellt hat.

 

Wo wohnst Du? Meines Erachtens lohnt es sich diese Frage sich selbst immer wieder zu stellen, um sich im Trubel des Alltags nicht zu vergessen. Den Mut haben zu vertrauen, so wie die beiden Jünger sich trauten, um das Leben in Fülle im Alltag zu erkennen.

 

Fürbitten und Vaterunser

CG 978.3

Wir beten zu Gott:

Für alle, die tastend Gott suchen,

dass sie ihn finden.

Für die, die meinen, Gott zu besitzen,

dass sie ihn suchen.

Für alle, die die Zukunft fürchten,

dass sie vertrauen.

Für alle, die gescheitert sind,

dass sie neue Chancen bekommen.

Für alle, die zweifeln,

dass sie nicht verzweifeln.

Für alle, die verloren umherlaufen,

dass sie ein Zuhause finden.

Für die Einsamen,

dass sie einem Menschen begegnen.

Für alle, die hungern,

dass sie gesättigt werden.

Für die, die satt sind,

dass sie lernen, was Hunger ist.

Für die, die es gut haben,

dass sie nicht hartherzig sind.

Für die Mächtigen,

dass sie ihre Verletzlichkeit begreifen.

Für alle, die in dieser Welt leben

zwischen Hoffnung und Furcht.

Und für uns selbst beten wir zu Gott:

Mach uns frei von Furcht

und von falscher Sicherheit

und gib uns alles, was gut für uns ist,

durch Christus, unseren Herrn. 

 

Der aaronitische Segen

CG 979.5

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich

und gebe dir Frieden.

Num 6,24-26 

 

Eingangsspiel            

Vorbereitung               101

Introitus                       350,1-3 alle ohne V

Kollekte                        102

1. Lesung                     Gen 12,1-3

Graduale                      Orgel

2. Lesung                     Gal 3,6-9

Halleluja                       407.2

Evangelium                 105

                                      Joh 1,35-42

Nach dem Evangelium:

G    Lob sei dir, Christus.

Predigt                         Pr. Patrick Zihlmann

Stille                            

Fürbitten                      106.2

Credo                            435

Friedensgruss             108

Offertorium                 Orgel

 

Das Kirchenopfer ist für die Flüchtlingshilfe bestimmt. Besten Dank für die grosszügige Unterstützung!

 

Gedächtnisse              109.2.3

Eucharistiegebet        110 / 113          

Sanctus                        110.1

Brotbrechung             119.2
Agnus                          117

Vater unser                  120

Kommunion                120

Während Kommunion         Orgel

Dankgebet                   121

Danklied                       503,1&3

Entlassung und Segen        122.2 / 123.1

Ausgangsspiel 

 

 

Herzliche Einladung

zum Kirchenkaffee

im Anschluss an den Gottesdienst! 

 

NÄCHSTE GOTTESDIENSTE 

Mittwoch, 23. Juni 2021, 18.30 Uhr

Abendmesse mit Pfarrer Christoph Schuler. 

Sonntag, 27. Juni 2021, 10.00 Uhr

Johannes der Täufer. Eucharistiefeier mit Pfarrer Christoph Schuler und Curé Jean Lanoy.

 

Burgdorf

Johannes der Täufer. Eucharistiefeier mit Pfarrerin Anna Maria Kaufmann.

 

 

WEITERE ANLÄSSE 

Montag, 21. Juni 2021, 14.30 Uhr

Gemeindeverein. Jass-Nachmittag.

Kirchgemeindesaal, Kramgasse 10, erster Stock. 

Montag, 21. Juni 2021; 18.30 Uhr

Lektorenkurs mit Pfr. Christoph Schuler, Pfrn. Anna Maria Kaufmann und Rolf Mühlheim, Tontechniker der Firma

Kilchemann. 

Mittwoch, 23. Juni 2021, 19.30 Uhr

Sitzung des Kirchgemeinderates. 

Samstag, 26. Juni 2021, 11.30 Uhr

Orgelschmaus. Orgelmusik zur Märit-Zeit mit Walter Dolak an der Goll-Orgel.

 

PFARRTEAM UND SEKRETARIAT

 

Sekretariat                             031 318 06 55

Pfr. Christoph Schuler         031 318 06 56

Pfrn. Anna Maria Kaufmann 031 318 06 57

Pr. Patrick Zihlmann            031 318 06 58 

 

Informationen über unsere Kirche finden Sie beim Informationsstand im Vorraum der Kirche oder auf unserer Website: 

www.christkath-bern.ch